SEO 2015: Onpage Optimierung – Technische Maßnahmen

Jochen Fuchs

Im letzten Artikel habe ich allgemeine Konzepte erläutert, nach denen ihr eure Inhalte sinnvoll für Benutzer und Suchmaschinen strukturieren könnt. Wenn ihr diese Hürde genommen habt, seid ihr in Sachen SEO schon gut im Rennen. Wenn ihr nun noch einige einfache, technische Tips beachtet, werdet ihr euren Vorsprung vor der Konkurrenz weiter ausbauen.

Optimieren von Linktexten

Verwendet eindeutige und beschreibende Link- bzw. Ankertexte. Der Ankertext ist der Teil des Links, der vom User im Text angeklickt werden kann und befindet sich innerhalb des HTML-Tags „Anchor“. Ein Beispiel:

<a href="http://www.wertvolle‐unternehmen.de/zehn‐wertvollste‐unternehmen‐usa/">Die zehn wertvollsten Unternehmen der USA</a>

Der Link teilt dem User mit was er zu erwarten hat wenn er den Link anklickt. Zusätzlich bekommt Google eine klare Information über die verlinkte Seite. Dabei ist es egal ob ihr intern oder auf externe Seiten verlinkt, macht euch über die Ankertexte Gedanken und formuliert diese sinnvoll auf den Inhalt abgestimmt. Folgendes solltet ihr vermeiden:

  • Zu lange Ankertexte oder ganze Absätze verlinken
  • Unnötig viele Keywords in die Ankertexte stopfen
  • Unnötiges CSS auf Ankertexte anwenden, lasst Links wie Links aussehen und versteckt sie nicht
  • Zu viele Links in einem Text. Links sollten immer den User in der Navigation unterstützen und ihn sinnvoll weiterleiten. Wenn ihr also nicht Wikipedia seid, dann belasst es bei wenigen Links.
  • Vermeidet dieselben Ankertexte für unterschiedliche Linkziele/Seiten, jedes Ziel sollte auch mit einem eigenen Ankertext angesteuert werden

Bildern vernünftige Dateinamen geben und Alternativtexte setzen

Eine Suchmaschine wie Google kann sehr gut mit Text umgehen und lernt immer mehr, diesen auch inhaltlich zu verstehen. Augen hat die Suchmaschine jedoch nicht und Bilder sind für die Google Bots nur Dateien. Was auf dem Bild zu sehen ist kann der Bot, zumindest derzeit, nicht auswerten. Ihr solltet euch also die Mühe machen, allen Bildern sinnvolle Dateinamen zu geben und einen Alternativtext (das ALT‐Attribut) zu benutzen. Der Dateiname wird von Google erfasst und sollte kurz beschreiben, was das Bild darstellt. Aber: Bitte nicht anfangen, den Bildern unsäglich lange Dateinamen zu geben und das ganze noch mit Keywords auffüllen. Damit würdet ihr dem Google-Bot eher negativ auffallen.

Ist auf dem Bild das „Empire State Building“ zusehen, dann reicht es, wenn der Dateiname empire‐state‐building.jpg lautet, und nicht etwa das‐empire‐state‐building‐in‐new‐york‐city‐usa‐erbaut‐1929-paris-hilton.jpg.
Im ALT‐Attribut wird ein alternativer Text hinterlegt, der das Bild beschreibt. Es dient vor allem dazu, dem Besucher der Seite Informationen über das Bild zu liefern, sollte es aus irgendeinem Grund nicht angezeigt werden. Viele Nutzer schalten z.B. die Anzeige von Bildern im E‐Mail Programm aus, in diesem Fall wird nur der ALT‐Text angezeigt. Der ALT‐Text dient aber auch als Ankertext, sollte ein Bild beispielsweise als Link zu anderen Inhalten oder auf eine externe Seite verwendet werden.

Die robots.txt Datei einsetzen

Grundsätzlich crawlt Google eure gesamte Website und indexiert alle Seiten und Inhalte entsprechend. Es kann aber durchaus vorkommen, dass ihr nicht wollt das gewisse Seiten gecrawlt und indexiert werden, weil sie beispielsweise keinen Mehrwert für den Nutzer haben und ihr nicht wollt, das die Seite in den Suchergebnissen erscheint. Hier findet ihr einen robots.txt Generator und weitere Infos zur Verwendung der robots.txt.

Title-Tag

Das Title‐Tag beschreibt in einem kurzen Satz welches Thema eine Seite behandelt und hilft somit Besuchern und Suchmaschinen eine Vorstellung des angebotenen Inhaltes zu bekommen. Das <title> ‐Tag wird in den <head>-Bereich eines HTML-Dokumentes gesetzt. Jede Seite eurer Website sollte einen eigenen, individuellen Titel besitzen. Entgegen der weitläufigen Meinung, dass der Titel einer Seite sehr wichtig für das Ranking bei Google ist, ist es genau andersherum. Der Titel (das Title‐Tag) hat keinerlei Relevanz für das Ranking und wird von Google nicht in die Bewertung mit einbezogen. Warum solltet ihr euch dann überhaupt die Mühe machen einen guten und aussagekräftigen Titel zu vergeben? Weil der Titel die erste Zeile des Suchergebnisses darstellt und hier angezeigt wird. Es ist also unverzichtbar den Titel zu setzen und sich auch inhaltliche Gedanken dazu machen.

Google search result for rukzuk

Google-Suchergebnis mit Title und Description

Meta-Tag Description

Die Meta‐Description ist das kleine Text‐Snippet, das direkt unter dem Titel in den Suchergebnissen angezeigt wird. Es darf maximal 155 bis 160 Zeichen lang sein, alles darüber hinaus wird abgeschnitten. Wie das Title‐Tag wird auch die Description aus dem Meta‐Tag von Google nicht mehr als Rankingfaktor herangezogen und hat somit keine Auswirkung auf die Platzierung in den Suchergebnissen. Vor allem weil die Description häufig mit Keywords vollgestopft wurde (Das sog. Keyword-Stuffing), hat Google darauf reagiert und mit einem Update des Algorithmus das Meta‐Tag als Rankingfaktor eliminiert. Für die Suchmaschine ist es zwar nicht relevant, für den User ist es umso wichtiger, das der Inhalt der Seite korrekt widergegeben wird.

Meta Keywords

Mit den (Meta-)Keywords die ihr im Meta-Tag eintragen könnt verhält es sich wie mit den restlichen Meta-Informationen. Für Google und das Ranking haben die Meta-Daten und somit auch die Keywords keine Relevanz. Lediglich die Suchmaschine Bing liest die Meta-Keywords noch aus und beachtet sie für das Ranking, die Relevanz liegt aber auch hier im Microbereich. Im Gegensatz zum Titel und der Description tauchen die Meta-Keywords nirgendwo auf, außer im Quellcode der Seite. Es bleibt jedem überlassen ob er Meta-Keywords definiert oder nicht. Sollte man sich dafür entscheiden, muss man dennoch darauf achten, dass man auch hier kein Keyword-Stuffing betreibt. Die Keywords haben zwar keine positive Wirkung auf das Ranking, können aber negative Folgen haben wenn sie von Suchmaschinen als Spam oder Keyword-Stuffing eingestuft werden.

meta-tags in HTML

Meta-Tags in HTML

Keywords auf der Seite

Es gibt immer noch Webmaster die dem Glauben verfallen sind, dass es sinnvoll wäre ein Keyword möglichst häufig auf einer Seite zu wiederholen, um Google zu verstehen zu geben, dass für diesen Begriff guter Content angeboten wird. Wer es wirklich noch nicht gehört hat: Völliger Irrglaube und außerdem wirkt sich das negativ auf das Google Ranking aus. Das Ganze wird auch als Keyword‐Stuffing bezeichnet; vor ein paar Jahren noch erfolgreich, heute genau das Gegenteil.

Überlegt euch genau welche Keywords eure Website am besten bedient und verwendet diese in euren Inhalten, aber immer in sinnvollem Kontext und nicht mit dem Hintergrund, möglichst oft dasselbe Keyword zu wiederholen. Verkauft ihr z.B. Tennisschläger dann ist das schon mal ein gutes Keyword und es gibt noch einige drum herum, vielleicht „Kinder Tennisschläger“, „Profi Tennisschläger“, „Anfänger Tennisschläger“. „Boris Becker“ dagegen ist sicher kein sinnvolles Keyword, auch wenn wahrscheinlich oft danach gesucht wird. So lange ihr keine exklusive Trainerstunde mit Boris Becker anbietet hilft euch dieses Keyword nicht weiter. Google hat in der Zwischenzeit sehr gute Möglichkeiten, die Relevanz von Inhalten zu einem bestimmten Thema zu erkennen, viele Keywords fallen aus den Bewertungskriterien.

Im nächsten Artikel „SEO 2015: Onpage Optimierung – Neue Rankingfaktoren“ in unserer Serie zur Suchmaschinenoptimierung werfen wir einen Blick auf die neuen, innovativen Faktoren, die Google und Mitbewerber schon jetzt oder in naher Zukunft beim Ranking einbeziehen.

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